Die Türkei steht vor dem EM-Halbfinale am Mittwoch gegen Deutschland vor großen personellen Problemen.
Da von den Turnierorganisatoren bereits bestätigt wurde, dass keine Spieler nachnominiert werden dürfen, spielte Teamchef Fatih Terim bereits mit dem Gedanken, seinen dritten Tormann Tolga Zengin auf einer ungewohnten Position einlaufen zu lassen.
"Er könnte gegen Ende der Partie als Tormann oder Mittelstürmer eingewechselt werden", so Terim. "In Anbetracht der Situation können wir uns nicht den Luxus erlauben, dass jeder Spieler selbst entscheidet, auf welcher Position er spielt."
Auch DFB-Team einst in Personalnot
Halbfinal-Gegner Deutschland hatte mit dem aktuellen Problem der Türken übrigens ebenfalls schon zu kämpfen. Bei der Europameisterschaft 1996 nahmen zwei Tage vor dem Endspiel gegen Tschechien (2:1 nach Golden Goal) nur acht spielberechtigte Feldspieler am Training teil.
Marco Bode, Jürgen Klinsmann, Thomas Helmer, Christian Ziege, Stefan Kuntz und Steffen Freund hatten sich im Laufe des Turniers verletzt. Andreas Möller und Stefan Reuter waren im Endspiel gesperrt. Im Gegensatz zur Türkei 2008 durfte Teamchef Berti Vogts aber einen Spieler nachnominieren. Jens Todt, kurzfristig eingeflogen, war im Finale aber schließlich nicht im Einsatz.
Der DFB soll 1996 für seine Ersatztormänner Oliver Kahn und Oliver Reck sogar sicherheitshalber schon Feldspielerdressen angefertigt haben. Letztlich erwiesen sich aber die meisten Blessuren als nicht gravierend. Im Finale waren von den Verletzten Klinsmann, Kuntz, Ziege, Bode und Helmer wieder dabei. Auf Ähnliches wird nun auch die Türkei hoffen.